Paletten, die sich nicht mehr reparieren lassen, bilden einen großen, vergleichsweise sauberen Altholzstrom. Sie werden sortiert, von Metall befreit und je nach Belastung des Holzes zu Spanplatten, Einstreu, Mulch oder Brennstoff gehackt. In Deutschland ist die Altholzverordnung (AltholzV) maßgeblich, die Gebrauchtholz in vier Kategorien, A I bis A IV, einteilt und damit festlegt, wohin es gelangen darf.
Warum Palettenholz ein wertvoller Abfallstrom ist
Paletten bestehen überwiegend aus massivem Nadel- oder Laubholz, das trocken, unlackiert und meist frei von Holzschutzmitteln ist. Im Vergleich zu Abbruchholz oder Bahnschwellen ist es dadurch ein relativ homogener und risikoarmer Rohstoff. Palettenholz fällt in größeren Mengen in Lagern, Handelslogistikzentren und Palettenreparaturbetrieben an und kommt deshalb in gut planbaren Chargen an.
Die wichtigsten Hindernisse sind Metall und Verunreinigungen. Nägel, Klammern, Beschläge und Umreifungsbänder bleiben im Holz, und Paletten, die Chemikalien transportiert haben, im Freien auf belasteten Flächen gelagert wurden oder mit Holzschutzmitteln behandelt sind, erfordern einen strengeren Verwertungsweg. Sortierung und Metallabscheidung stehen deshalb am Anfang jeder Verwertungskette.
Altholzkategorien in Deutschland
Die AltholzV, die deutsche Altholzverordnung, trat 2002 in Kraft und ist das bekannteste Klassifizierungssystem. Sie ordnet Gebrauchtholz nach seiner Belastung Kategorien zu:
| Kategorie | Definition (sinngemäß) | Typische Verwertung |
|---|---|---|
| A I | Naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Holz, bei dem es allenfalls zu unerheblichen Verunreinigungen durch die Verwendung gekommen ist | Stoffliche Verwertung (Spanplatten), energetische Verwertung |
| A II | Verleimtes, gestrichenes, beschichtetes oder lackiertes Holz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel | Stoffliche Verwertung, energetische Verwertung |
| A III | Holz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung (zum Beispiel PVC) und ohne Holzschutzmittel | Energetische Verwertung in geeigneten Anlagen |
| A IV | Mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz, etwa Bahnschwellen oder Leitungsmasten, sowie sonstiges stark belastetes Holz | Energetische Verwertung in Anlagen mit besonderer Emissionsminderung |
Für PCB-belastetes Holz gilt eine gesonderte Regelung. Nach dem Anhang der Verordnung, der typische Altholzsortimente auflistet, fallen Vollholzpaletten wie Europaletten und Industriepaletten in die Kategorie A I, Paletten aus Holzwerkstoffen werden niedriger auf der Skala eingestuft, und Paletten aus Verbundmaterialien werden einer Kategorie mit höherer Belastung zugeordnet. Örtliche Abfallbehörden veröffentlichen Annahmebedingungen, die dieselbe Logik anwenden. Diese Kategorien sind ein deutsches System, andere Länder verwenden jedoch ähnliche, an der Belastung orientierte Sortierungen.

Stoffliche Verwertung
Spanplatten und Faserplatten. Saubere Hackschnitzel sind ein klassischer Rohstoff für Spanplatten. Deutsche Merkblätter nennen die Kategorien A I und A II als geeignet für die Spanplattenherstellung. Die Hersteller prüfen das angelieferte Material auf Metalle, Kunststoff und andere Fremdstoffe und legen Grenzwerte für die Belastung des angenommenen Holzes fest.
Neue Palettenbauteile. Bretter aus demontierten Paletten lassen sich für Reparaturen oder für neue Paletten wiederverwenden, und manche Klötze werden aus gepressten Spänen gefertigt; siehe Pressen für Spanklötze und Palettendemontagemaschinen.
Mulch und Bodenabdeckung. Zerkleinertes Holz kann als Garten- oder Landschaftsmulch dienen. Nur unbehandeltes, unbelastetes Holz sollte diesen Weg gehen. Gefärbter Mulch kann Zusatzstoffe enthalten, daher kommt es auf das Ausgangsholz und das Verfahren an. Paletten mit der Kennzeichnung für Methylbromid werden für diesen Zweck in der Regel vermieden; siehe Methylbromid-Behandlung.
Tiereinstreu. Feine Späne und Hackschnitzel werden als Einstreu in Ställen und Geflügelhäusern verwendet, ebenfalls nur aus sauberem, unbehandeltem Holz, aus dem Staub und Metall entfernt wurden. Qualitäts- und Veterinärvorschriften unterscheiden sich je nach Land und Tierart.
Pellets und Briketts. Holzpellets für Haushaltsheizungen werden normalerweise aus Sägewerksresten und Frischholz hergestellt, da ihre Qualitätsnormen Chemikalien, Asche und Verunreinigungen begrenzen. Recyceltes Palettenholz wird häufiger als Hackschnitzel in Industriekesseln verbrannt als zu Premiumpellets gepresst, obwohl einige Hersteller aus gereinigtem Recyclingholz Pellets in Industriequalität herstellen.
Energetische Verwertung
Altholz, das nicht in Produkte gehen kann, wird in Biomassekesseln und Heizkraftwerken verbrannt. Trockenes Holz hat einen Heizwert von etwa 18 bis 19 MJ/kg, sodass zerkleinertes Palettenholz in der richtigen Anlage ein brauchbarer Ersatz für fossilen Brennstoff ist. Der Feuchtegehalt beeinflusst die nutzbare Wärme stark, weshalb die Lagerbedingungen wichtig sind; siehe Holzfeuchte.
Die Emissionsvorschriften hängen von der Kategorie ab. Anlagen, die die stärker belasteten Kategorien verbrennen, benötigen eine Rauchgasreinigung, die auf Chlor, Schwermetalle und ähnliche Verbindungen ausgelegt ist; deshalb werden die Kategorien A III und A IV in besonders genehmigte Anlagen geleitet.
Aufbereitung: von der Palette zum Hackschnitzel
Eine typische Aufbereitungslinie umfasst fünf Schritte:
- Sammlung und Vorsortierung nach Belastung und Größe, wobei Kunststoffpaletten und offensichtlich behandeltes Holz entfernt werden.
- Vorzerkleinerung in einem langsam laufenden Zerkleinerer oder einer Hammermühle; siehe Holzmühlen und Zerkleinerer.
- Metallabscheidung, meist durch Überbandmagnete und teilweise durch Wirbelstromabscheider für Nichteisenmetalle.
- Siebung in Korngrößenfraktionen, wobei Überkorn in den Zerkleinerer zurückgeführt und Feinanteile der energetischen Nutzung zugeführt werden.
- Qualitätsbeprobung, um Kategorie und Belastung vor dem Verkauf zu dokumentieren.
Magnete scheiden eisenhaltige Nägel gut ab, doch tief im Holz sitzende Nägel können die Vorzerkleinerung überstehen und nachgeschaltete Anlagen beschädigen, weshalb viele Aufbereiter mehr als eine Abscheidestufe einsetzen.

Ökologische Betrachtung
Die Verbrennung von Holz am Ende der Nutzung setzt den Kohlenstoff frei, den es beim Wachsen aufgenommen hat, und die Kaskadennutzung, also zuerst stoffliche und später energetische Nutzung, ist ein anerkannter Grundsatz der EU-Abfallpolitik. Zum weiteren Zusammenhang von Wiederverwendung vor Verwertung siehe Paletten und Kreislaufwirtschaft und den Prozess des Palettenrecyclings.
Häufige Fragen
Kann man Palettenholz im Kaminofen verbrennen?
Sauberes, unbehandeltes Palettenholz wird in der Praxis häufig verbrannt, doch Nägel und chemische Belastungen sind Risiken, und die örtlichen Vorschriften zum Verbrennen von Altholz unterscheiden sich. Behandeltes oder gestrichenes Holz darf nie in Feuerstätten von Haushalten verbrannt werden.
Was ist Altholzkategorie A I?
Das ist naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Gebrauchtholz ohne nennenswerte Verunreinigung durch die Verwendung. Vollholzpaletten wie Europaletten werden in der deutschen Praxis typischerweise dieser Kategorie zugeordnet.
Lassen sich recycelte Paletten zu Holzpellets verarbeiten?
Technisch ja, doch handelsübliche Premium-Heizpellets werden aus Frischholz und sauberen Sägewerksresten hergestellt. Recyceltes Palettenholz wird überwiegend als Hackschnitzel in Industriekesseln oder in Spanplatten verwendet.
Warum sind Nägel ein Problem für das Recycling?
Metall beschädigt Zerkleinerer, Siebe und Plattenpressen und verunreinigt das Produkt. Aufbereiter entfernen es vor und nach dem Hacken mit Magneten und anderen Abscheidern.
Quellen
- Altholz (waste wood) information sheet — Bayerisches Landesamt für Umwelt
- Annex 3 AltholzV: assignment of common waste wood assortments — anwalt24.de
- Recovery, reuse and recycling by the United States wood packaging industry: 1993-2006 — USDA Forest Service
- Merkblatt Altholz 2025 — Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Uelzen
