Eine Mehrblatt-Besäumkreissäge (Gattersäge mit Kreissägeblättern) schneidet einen Kantholzbalken oder ein dickes Brett in einem Durchgang mit mehreren Kreissägeblättern auf einer gemeinsamen Welle in mehrere parallele Bretter. In Palettenwerken macht sie aus minderwertigen Kanthölzern schnell Deckbretter und Stringer, mit Vorschubgeschwindigkeiten von bis zu etwa 15 m/min (50 ft/min) bei einer Maschine mittlerer Größe.
Was eine Mehrblattsäge leistet
Besäumen bzw. Längsschneiden bedeutet Schneiden entlang der Faser. Eine Säge mit nur einem Blatt schneidet jeweils ein Brett, eine Mehrblattsäge dagegen trägt mehrere Blätter mit Distanzstücken dazwischen, sodass der Abstand die Brettdicke bestimmt. Vorschubwalzen schieben das Kantholz durch den Blattsatz, und ein Durchgang liefert einen vollständigen Satz Bretter.
Das passt zu Palettenholz, weil nur wenige Dicken gefragt sind und diese sich wiederholen. Deckbretter und Stringerbretter benötigen üblicherweise 15–25 mm (0,6–1,0 in), während Stringer und Klötze dickere Querschnitte verwenden. Minderwertige Stämme und Kanthölzer aus einem kleinen Sägewerk werden so umgewandelt, ohne jedes Brett einzeln zu handhaben. Zum vorgelagerten Prozess siehe Wie ein Sägewerk arbeitet und Holzausbeute und Einschnittmuster.

Kreissägen, Bandsägen und kombinierte Bauarten
| Bauart | Schnittprinzip | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Kreissäge mit mehreren Blättern (Mehrblattsäge) | Mehrere Kreissägeblätter auf einer oder zwei Wellen | Hohe Vorschubgeschwindigkeit, einfach, genaue Abstände | Breitere Schnittfuge je Blatt bei dicken Schnitten, begrenzte Schnitttiefe |
| Bandsäge-Trennmaschine (horizontal) | Ein schmales Bandsägeblatt spaltet das Kantholz | Schmale Schnittfuge, hohe Ausbeute bei wertvollem Holz | Langsamer je Schnitt, mehr Blattpflege |
| Mehrere Bandsägen | Mehrere Bänder hintereinander oder parallel | Gute Ausbeute und Geschwindigkeit | Hohe Kosten, aufwendige Ausrichtung |
Kreissägen mit mehreren Blättern gewinnen bei der Geschwindigkeit für sich wiederholende Schnitte mittlerer Tiefe. Bandsysteme gewinnen, wenn dicke oder hochwertige Kanthölzer gespalten werden und es auf jeden Millimeter Schnittfuge ankommt. Viele Werke nutzen beides: eine Bandsäge-Trennmaschine für große Kanthölzer und eine Mehrblattsäge für den Feinschnitt. Zur Option mit schmaler Schnittfuge siehe Trennbandsägen und horizontale Trennsägen.
Typische Spezifikationen
Die Spezifikationen unterscheiden sich je nach Hersteller; die folgenden Werte beschreiben beispielhaft eine kommerziell veröffentlichte Mehrblattsäge mittlerer Größe und sind keine Branchennorm:
| Parameter | Beispielwert |
|---|---|
| Vorschubgeschwindigkeit | 1,5–15 m/min (5–50 ft/min) |
| Blätter | Bis zu 10 je Welle, zwei Wellen |
| Maximale Schnittdicke | 200 mm (8 in) |
| Maximale Breite | 540 mm (21 in) |
| Minimale Brettdicke | 30 mm (1,25 in) |
| Leistung | 2 × 30 kW (2 × 40 PS) |
Die Vorschubgeschwindigkeit ist der wichtigste Hebel für den Durchsatz, wird aber durch Schärfe der Blätter, Holzart, Schnitttiefe und Leistung begrenzt. Dichte Harthölzer erfordern langsameren Vorschub und mehr Leistung als Fichte oder Kiefer. Nasses Holz schneidet sich anders als trockenes: Frisches Schnittholz lässt sich weicher sägen, verharzt aber die Blätter und verzieht sich beim Trocknen.
Schnittfuge, Blätter und Ausbeute
Die Schnittfuge ist die Breite des von der Säge entfernten Materials. Über einen Brettstapel hinweg ist jede Schnittfuge verlorenes Holz, das zu Sägemehl wird, sie wirkt sich also direkt auf die Ausbeute aus. Wird ein Kantholz von 100 mm mit einer Schnittfuge von 3,2 mm in drei Bretter geschnitten, gehen etwa 6,4 mm verloren, bei einem Dünnschnittblatt mit 2,0 mm dagegen nur 4,0 mm; der Unterschied von 2,4 mm entspricht rund 2,4 % der Kantholzdicke. Die Zahlen sind ein rechnerisches Beispiel, kein Messergebnis.
Dünnschnittblätter bieten bessere Ausbeute und geringeren Leistungsbedarf, erfordern aber:
- Eine steife, gut ausgerichtete Welle ohne Vibration.
- Scharfe, richtig gespannte Blätter mit passender Zahngeometrie.
- Genaue Führungen, damit das dünne Blatt nicht verläuft.
- Sorgfältige Vorschubregelung, um das Blatt nicht zu überlasten.
Hartmetallbestückte Zähne sind bei abrasivem oder verschmutztem Holz üblich, auch bei wiederverwendetem Material, wobei das Risiko, auf Nägel oder Steine zu treffen, bei recyceltem Holz höher ist. Bei Recyclingholz schützen Metalldetektoren die Blätter; siehe das Palettenrecyclinggeschäft.
Die Säge auf das Palettenwerk abstimmen
- Produktliste. Die erforderlichen Brett- und Stringerdicken kennen. Eine Mehrblattsäge braucht für jeden Satz andere Distanzstücke.
- Rohmaterial. Kanthölzer gleichmäßiger Größe und Feuchte funktionieren am besten; unregelmäßige Stämme müssen zuvor vierseitig besäumt werden.
- Menge. Sicherstellen, dass der Durchsatz der Säge zur Nagellinie passt; siehe Palettennagelmaschinen.
- Staub- und Spanabfuhr. Eine Mehrblattsäge erzeugt große Mengen Sägemehl und Späne, die abgesaugt und entsorgt werden müssen, möglicherweise als Biomasse; siehe Palettenholzabfall als Biomasse.
- Sicherheit. Rückschlag, umherfliegende Späne und Lärm sind erhebliche Gefahren. Rückschlagsicherungen, Schutzeinrichtungen und Schulung der Bediener sind unerlässlich; siehe Sicherheit in Palettenwerken.

Wartungsgewohnheiten
Mehrblattsägen hängen vom Zustand der Blätter ab. Ein stumpfes Blatt erhitzt sich, verbrennt das Holz, verläuft und erhöht den Stromverbrauch. Ersatzsätze frisch geschärfter Blätter bereithalten, damit die Linie nur für einen schnellen Wechsel stoppt. Distanzstücke auf Ebenheit und Wellen auf Rundlauf prüfen, Lager planmäßig schmieren und Harz von den Blättern entfernen. Ein allgemeines Programm steht unter Wartung von Palettenmaschinen.
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich eine Mehrblattsäge und eine Trennsäge?
Eine Mehrblattsäge schneidet mit mehreren Kreissägeblättern viele Bretter gleichzeitig, während eine Trennsäge in der Regel ein dickes Stück in zwei oder mehr Teile spaltet, häufig mit einem Bandsägeblatt und schmalerer Schnittfuge.
Wie schnell ist der Vorschub einer Mehrblattsäge?
Das hängt von Modell und Holz ab. Ein kommerzielles Modell mittlerer Größe nennt 1,5–15 m/min (5–50 ft/min); bei dichtem oder breitem Schnittgut liegt die praktische Geschwindigkeit niedriger.
Lohnen sich Dünnschnittblätter?
Für die Ausbeute meist ja, wenn die Säge steif und gut gewartet ist. Sie sparen Holz und Leistung, sind aber weniger tolerant gegenüber Fluchtfehlern und rauem Betrieb.
Kann eine Mehrblattsäge gebrauchtes Palettenholz schneiden?
Ja, aber verborgene Nägel zerstören die Blätter, daher sind Metalldetektion oder vorheriges Entnageln ratsam.
Quellen
- MR200 Gang Saw — Wood-Mizer
- Cameron Automation MRS-340M2 Gang Rip Saw — RT Machine
- Both Circular Gang Saws and Bandsaws Offer Advantages for Resawing Process — Pallet Enterprise
- MR6000 Multirip Edger — Wood-Mizer
